Archiv des Autors: chrschmidt

Ein Lebenszeichen….

Zuerst hier der Hinweis… Ja, wir leben noch. Und wir sind endlich nach Lesotho umgezogen.
Viele unserer Sachen sind noch immer eingepackt. Wir sind auch noch fleißig am herausfinden einiger Dinge wie, oder wo man z.B.
… am Besten Wasser holt, wenn es an der Wasserstelle im Dorf keinen Tropfen mehr gibt;
… oder wie man den lästigen roten Staub am Besten vor der Tür lassen kann, ohne zu verzweifeln;
…. und wie man den Dreck von nur einem Tag erfolgreich von den Jungs wieder herunter bekommt ohne eine Drahtbürste benutzen zu müssen;
… oder derzeit für uns ganz wichtig: eine einigermaßen stabile Internetverbindung auf unserem Gelände zu finden, um mit der Familie und den Freunden im Kontakt zu bleiben. Manches mal sieht man uns übers Gelände mit dem Handy in der Hand herumtanzen nur um ein wenig Empfang zu haben. Ein anderes Mal am Bergesrand hocken, wie so manch anderen Einheimischen auch und dann kommt man ins Gespräch und die Verbindung mit dem Telefon rückt in den Hintergrund, bis man sich verabschiedet und dann geht alles von vorne los, mit der Suche nach dem Netz…jaja…die heutigen Probleme eben. Aus dem Grund sind wir leider auch sehr hinterher um euch hier auf dem Blog auf dem neusten Stand zu bringen.
Um euch mal ein wenig auf dem Laufenden zu bringen, haben wir hier einen kleinen Urlaubsbericht von unserer Basisteamleiterin die uns Ende letzten Jahres besucht hat. Sie hatte ihn für uns verfasst. Und da wir gerade in Pretoria sind und eine gute Internetverbindung nutzen können, ist es uns auch ein leichtes ihn online zu stellen. Also viel Spaß euch beim lesen.

Eure Chrissi und Familie

Leben in Lesotho ist:
Fegen, Wasser holen und Füße waschen

(von Bärbel Doering)

Über Weihnachten und Silvester war ich in Lesotho, um dem hiesigen Winter zu entfliehen und beim Umzug von Familie Schmidt zu helfen. Es hat sich gelohnt. Dies wird kein ordentlicher Reisebericht. Ich bin zu voll mit Bildern, die in mir wirbeln, nicht unbedingt durcheinander, aber eben auch nicht richtig sortiert. Hier ein paar Schnipsel, die euch hoffentlich Freude machen und vielleicht auch ein bisschen Lust auf ein wunderbares Land und seine Menschen.

Fegen: Die rote Erde ist wunderschön … draußen … aber da bleibt sie nicht. Der Wind fegt sie überallhin, durch jede Ritze. Besonders, wenn es lange nicht geregnet hat und der Wind den Staub durch das Tal treibt. Man hat den Staub überall, ja, auch an sich selbst. Mindestens einmal am Tag muss das Haus gefegt werden (wenn man neu ist, auch noch öfter, weil man den Staub einfach nicht gewöhnt ist … nach drei Tagen hab ich aufgegeben und nur noch morgens und abends gefegt). Aber ich habe die Grasbesen der Basotho schätzen gelernt, handgefertigt, formschön, zweckmäßig. Sie funktionieren auch in Deutschland wunderbar.

Wasser holen: Chrissi schafft es, die Schubkarre vom Brunnen bergan bis zum Haus zu schieben. Ich kann sie dann nicht einmal anheben. Gegenstände auf dem Kopf zu balancieren können wir alle noch nicht. Meistens habe ich mich beim Tragen der Wasserkanister auf 2x 5 Liter beschränkt. Ich war immer froh, wenn an unserem Brunnen überhaupt Wasser da war. Ganz praktisch habe ich gelernt, was es heißt, dass Wasser kostbar ist. Nie zuvor habe ich so darauf geachtet, wenig zu verbrauchen. Auch nach unserem heißen deutschen Sommer im vorigen Jahr – erst hier habe ich wirklich auf Regen geharrt: die Wolken beobachten – und nach dem Regen schnell zum Brunnen gehen, damit man nicht wieder ins Nachbardorf muss. Oder zum Fluss, was für uns mit Auto, Tank und Pumpe ja noch komfortabel ist. Inzwischen sind die Regentonnen betriebsbereit und es ist sogar eine Waschmaschine angeschlossen.

Füße waschen: Die ersten drei Tage dachte ich noch, dass ich das hinkriege, irgendwie mit sauberen Füßen zum Gottesdienst oder zum Essen zu erscheinen. Dann habe ich aufgegeben und mich auf den Moment am Abend gefreut, an dem ich für kurze Zeit saubere Füße hatte, nach folgender Aktion: Wasser holen (bei Bedarf erwärmen), Hütte fegen, Bucket shower (also im Eimer stehend sich mit Wasser übergießen), mit dem Brauchwasser die Hütte wischen und dann ins Bett gehen. Wenn man aufwacht, begrüßt einen der neue Staub.

Und doch – ich habe es genossen:
• Wohnen im Rondavel
• nachts „mal raus müssen“, weil der Sternenhimmel so unglaublich schön ist, dass man gar nicht müde sein mag
• Weihnachten mit Picknick am Fluss und Grillen über offenem Feuer
• Gebet mit entspannter Viersprachigkeit (Englisch, Deutsch, Sesotho, Holländisch)
• Gesang im Gottesdienst, von dem ich zwar kein Wort verstanden habe, der mich aber einfach mitgenommen hat in das Lob unseres großartigen Gottes
• atemberaubende Landschaft
• die Freude, dass meine drei Sätze Sesotho verstanden wurden
• immer wieder gemeinsam essen, lachen, arbeiten, beten, Leben teilen, einfach beieinander sein
• das Geräusch, wenn nach einer Regennacht der Fluss im Tal bis zum Haus zu hören ist
• beobachten, wie das Dach eines Rondavels gedeckt wird
• fremde Menschen, die mit Händen und Füßen ein Gespräch beginnen
• Agavenblüten
• sich im Gegensatz zu Pretoria sicher fühlen und frei bewegen können

Ach ja, „nebenbei“ haben wir natürlich noch den Umzug gemacht … auf Lesotho-Seite immer beobachtet von einer Schar neugieriger Kinder.

… seht einfach selbst:

Danke an Gott für alle Bewahrung, für die viele Hilfe, dass es keine Schwierigkeiten an der Grenze gab (und ich mich vom Putzen wenigstens auf südafrikanischer Seite weitgehend drücken konnte).

All das war eine Reise wert.

Eure Bärbel

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Hausbau in Tomaketsa

Im August kam unser Teamkollege und Masotho ntate Sekelemane (einen Menschen der in Lesotho lebt, bezeichnet man Masotho. Mehrere nennt man dann Basotho) auf uns zu und verkündigte, dass er eine Möglichkeit sehe, dass wir baldmöglichst nach Lesotho umziehen könnten, denn er hätte ein Haus für uns gefunden. Und so war es dann, dass wir uns eine Woche später das „Haus“ gemeinsam anschauten.

Es stellte sich heraus, dass die Basotho etwas anderes unter „Haus“ verstehen als wir😉Es war eine recht runtergekommene Hütte/Laube mit zwei Räumen. Recht abenteuerlich , mit undichtem Dach und zwei Türen die vom Regen verzogen und kaum mehr brauchbar waren. Aber die Basotho freuten sich über diese Möglichkeit uns untergebracht zu sehen. Wir waren auf dem ersten Moment sprachlos.

Doch als unser Teamkollege uns dann die dazugehörige Rundhütte und die Aussicht zeigte, war uns klar, Gott möchte uns genau hier auf diesem Grundstück haben. Es ist kaum zu beschreiben aber wir hatten in diesem Moment einen unaussprechbaren Frieden darüber in einer heruntergekommenen und viel zu kleinen Hütte zu wohnen, genau hier an diesem Fleckchen Erde. Und so nahmen wir den Kontakt zu dem Eigentümer auf und verhandelten mit ihm einen Vertrag aus, um auf seinem Grundstück leben zu dürfen.

(Das linke obere Bild zeigt unsere Hütte wenn man vom Dorf aus drauf zu geht. Das untere linke Bild ist ein Blick von der Rundhütte hin zur Hütte Richtung Dorf. Das rechte zeigt unsere Außentoilette bei der Reparatur. Man nennt sie liebevoll „Longdrop“. Sie steht hinter der Hütte am Feld. Ganz klein im unterem Bild zu erkennen.)

Als Stephan im Oktober von Deutschland wieder kam fingen wir an mit dem Bau der Garage/Lagerhauses. Viele unserer Teamkollegen helfen mit und auch Einheimische heuern wir an um schnell und gut voranzukommen. Auch machen sie Arbeiten die wir einfach nicht können, wie zB den Fußboden gießen und so glatt hinzubekommen, dass es perfekt aussieht.

Angefangen haben wir mit dem Lagerhaus, damit wir dann schnellst möglichst alles an Hausrat rüber schaffen können um dann auch hinziehen zu können und vor Ort sein zu können beim Bau. Macht eben alles einfacher. Kein ständiges hin- und herfahren, erleichtert so einiges. Zudem bekommen die Sachen, die einem gehören und auf dem Grundstück liegen weniger schnell Beine😉.

Letzte Woche haben wir dann mit dem Innenausbau der Hütte begonnen. Der Bodenleger hatte einen wahnsinnig guten Job gemacht. Handarbeit versteht sich. Den ganzen lieben langen Tag hat er dafür gebraucht und hat darüber sogar sein Essen vergessen. Der Fußboden ist nun glatt wie eine Eisfläche. Morgen wird dann das andere Zimmer gemacht und am Wochenende können wir dann da schon einziehen und schlafen.

 

(entschuldigt, aber die Lichtverhältnisse waren für meine Kamera echt schwer zu händeln.)

Die Rundhütte, in der wir bisher geschlafen hatten, werden wir dann übergangsweisen als Lagerraum und weiterhin als Küche und Aufenthaltsraum nutzen, falls es mal wieder regnet. So ist es auf dem Bau. Vieles ist übergangsweise und provisorisch, aber schlussendlich, wenn es erst einmal fertig ist, dann ist es gut.

 

Diese Woche haben wir auch begonnen den Zaun zu ziehen. Ist schon irgendwie besser, wenn nicht immer alle kommen und gehen wann immer sie wollen. Tag und Nacht. Mensch oder Tier. Sogar unsere Basotho Teamkollegen merkten es tagtäglich an, dass wir doch schnellst möglichst einen Zaun ziehen sollten, damit hier nicht jeder übers Grundstück rennen könne wie er wollte. Wir hatten das noch gar nicht so arg empfunden, müssen wir zugeben. Aber ich denke das liegt daran, dass alles noch neu und viel auf einmal an Eindrücken ist. Aber ja eines hatten wir schon wahrgenommen, und zwar dass die Privatsphäre doch irgendwie etwas auf der Strecke bleibt, wenn da ständig jemand vor, oder an der Tür steht. Sei es eine Horde an Kindern, Ziegen oder Schafe oder einfach mal ein paar Nachbarn die mal schauen wollten was hier so abgeht. Da fühlt man sich schon so manches mal wie im Zoo. Und ja, da würde der Zaun so einiges her machen.

Einige fragten ob es denn normal wäre einen Zaun zu ziehen? Man würde nicht viele in der Umgebung sehen. Nun ja, wer das Geld hat, zieht einen Zaun ums Haus, oder zumindest um das Feld, damit nicht die herumgrasenden Ziegen, Schafe oder Kühe die Ernte abfressen. Oder man schafft sich zumindest einen Hund an der ungewünschte Besucher abhält. Das führt allerdings dazu, dass Nachts eine Menge Hunde auf Futtersuche sind und in den Dörfern herumschleichen.

Aber zurück zum Bau. In der Woche soll noch das Lagerhaus untenherum mit einer kleinen Mauer geschlossen werden, damit die Sachen darin sicher und trocken gelagert werden können. Dafür muss halt der Maurer kommen. Der hatte uns gestern allerdings leider sitzen lassen, weil er noch seinen Rausch ausschlafen musste. Ein großes Problem hier in Lesotho. Der Alkohol. So sind wir wieder auf der Suche nach einem geeigneten Mann der uns da weiterhelfen kann. Unser Teamkollege ntate Sekelemane ist uns da eine echt große Hilfe. Er fragt rum und sucht die Leute zusammen die geeignet dafür wären um uns zu Helfen und stellt die Kontakte her und übersetzt uns dann auch noch. Wenn wir den nicht hätten, wäre alles so viel schwerer!!! Für ihn und seine Frau sind wir mehr als dankbar, dass Gott uns die Beiden an die Seite gestellt hat. Zwei Schätze des Himmels.

 

An dieser Stelle möchten wir auch noch unserer Gemeinde-Lankwitz in Berlin danken für die große finanzielle Unterstützung, ohne die wir das hier so alles gar nicht umsetzten könnten. Danke!!!! Danke dass ihr das möglich gemacht habt und mit uns in der Mission seid!

Danke auch an all die kleinen und großen Unterstützer in Muskelkraft, Gebet und Kontakt halten. Wir brauchen euch alle. Wir danken Gott dafür, dass es euch gibt.

Gesegnete Vorweihnachtszeit

Eure Chrissi und Familie

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Kurzer Rückblick

Ein paar Wochen sind nun schon wieder vergangen, dass Stephan und Michael (unser Teamleiter)in Deutschland waren. Er hatte zwei große Veranstaltungen mit Geschäftsleuten, die interessiert daran sind sich an dem Projekt in Lesotho zu beteiligen. So kann eine Unterstützung finanziell sein, oder in Form von ausgebildete Fachmitarbeiter, die sie kostenlos zur Unterstützung geschickt werden (Ärzte, Handwerker, …), oder in Form von Materialspenden.

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(Auf jeder Veranstaltung gab es natürlich auch einen Infotisch.)

Es wurde viel berichtet und präsentiert von Michael und Stephan. Viel wurde gefragt und sich ausgetauscht und gefachsimpelt. Zwischen den zwei großen Veranstaltungen gab es noch so einige Meetings mit der Leiterschaft von OM Deutschland und der Schweiz um über die Arbeit in Lesotho zu fachsimpeln.

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Auch wurden die Beiden gleich als Mitarbeiter in dem Engage-Programm (sehr zu empfehlen wenn du Interesse hast in die Mission zu gehen!) in der Mühle (OM Zentrale in Mosbach) in der ersten Woche mit eingespannt. Und zwischendrin haben Stephan und Michael es sogar noch geschafft einen Abstecher nach Berlin zu machen um Familie und unsere Heimatgemeinde zu besuchen.

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Alles im allen war es eine volle und erfüllte Zeit in Deutschland. Die Beiden (Stephan und Michael) schauen gerne zurück. Sie waren dann aber doch recht dankbar nach den drei langen Wochen wieder bei der Familie zu sein. Na und wir auch!

Kurz vor Stephans Abreise kamen Theresa und Daniela (Tochter und Stepahns Schwester) zu besuch. Das war eine so schöne Zeit. Auch verkürzte es gefühlt die lange Abwesenheit des Papas für die Jungs. Wir genossen uns so sehr!!! Es war der erste Besuch unserer ältesten Tochter nachdem sie vor drei Jahren zurück nach Deutschland ging. Ein Wiedersehen mit Freudentränen. Wir hätten sie so gerne noch länger hierbehalten. Aber leider geht jede Zeit einmal zu Ende und so mussten wir sie wieder schweren Herzens ziehen lassen.

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(auf dem Bild seht ihr uns warm eingepackt. Es war schw…kalt hier im Oktober. Von links nach rechts: Christiane, Silas, Theresa, Emilia, Daniela, Samuel)

Als wir (Christiane, und die Jungs) dann Stephan am Flughafen abholten, fuhren wir sogleich zu unserer Gemeinde in Pretoria und hatten dort die nächsten drei Tage eine Missionskonferenz. Die lief sehr familiär ab. Der einzige Unterschied war halt, dass die „Familie“ eben ein wenig größer war;-) So hielt Stephan erneut eine Präsentation über unser Lesothoprojekt und anschließend hatten wir viele Gespräche mit absolut liebenswerten Menschen aus ganz Pretoria.

Auch lernten wir dort die anderen Missionare kennen, welche unsere Gemeinde unterstützt oder/und ausgesandt hat. Die Mutter des einen Missionars war auch Deutsche und kam aus Berlin. Sie erzählte uns ihre Geschichte wie sie damals über bzw. unter der Mauer hindurch geflüchtet war und dann nach Afrika auswanderte. Aber das ist eine andere Story ;-).

Gleich im Anschluss der Missionskonferenz hatten wir noch 2,5 Tage mit den anderen Missionaren und deren Familien und genossen die Zeit des Austauschs und des Auftankens.

Dann war es wieder Zeit nach Hause zu fahren nach Fouriesburg. Für Stephan war es nach den langen vier Wochen dann ein Endlich. Auf den Rückweg haben wir dann auch noch am Flughafen gehalten und seine Eltern abgeholt, die nun noch zwei Wochen bei uns sind… und wie es nun weiter geht, werde ich im nächsten Bericht schreiben.

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Eure Christiane

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