Hausbau in Tomaketsa

Im August kam unser Teamkollege und Masotho ntate Sekelemane (einen Menschen der in Lesotho lebt, bezeichnet man Masotho. Mehrere nennt man dann Basotho) auf uns zu und verkündigte, dass er eine Möglichkeit sehe, dass wir baldmöglichst nach Lesotho umziehen könnten, denn er hätte ein Haus für uns gefunden. Und so war es dann, dass wir uns eine Woche später das „Haus“ gemeinsam anschauten.

Es stellte sich heraus, dass die Basotho etwas anderes unter „Haus“ verstehen als wir😉Es war eine recht runtergekommene Hütte/Laube mit zwei Räumen. Recht abenteuerlich , mit undichtem Dach und zwei Türen die vom Regen verzogen und kaum mehr brauchbar waren. Aber die Basotho freuten sich über diese Möglichkeit uns untergebracht zu sehen. Wir waren auf dem ersten Moment sprachlos.

Doch als unser Teamkollege uns dann die dazugehörige Rundhütte und die Aussicht zeigte, war uns klar, Gott möchte uns genau hier auf diesem Grundstück haben. Es ist kaum zu beschreiben aber wir hatten in diesem Moment einen unaussprechbaren Frieden darüber in einer heruntergekommenen und viel zu kleinen Hütte zu wohnen, genau hier an diesem Fleckchen Erde. Und so nahmen wir den Kontakt zu dem Eigentümer auf und verhandelten mit ihm einen Vertrag aus, um auf seinem Grundstück leben zu dürfen.

(Das linke obere Bild zeigt unsere Hütte wenn man vom Dorf aus drauf zu geht. Das untere linke Bild ist ein Blick von der Rundhütte hin zur Hütte Richtung Dorf. Das rechte zeigt unsere Außentoilette bei der Reparatur. Man nennt sie liebevoll „Longdrop“. Sie steht hinter der Hütte am Feld. Ganz klein im unterem Bild zu erkennen.)

Als Stephan im Oktober von Deutschland wieder kam fingen wir an mit dem Bau der Garage/Lagerhauses. Viele unserer Teamkollegen helfen mit und auch Einheimische heuern wir an um schnell und gut voranzukommen. Auch machen sie Arbeiten die wir einfach nicht können, wie zB den Fußboden gießen und so glatt hinzubekommen, dass es perfekt aussieht.

Angefangen haben wir mit dem Lagerhaus, damit wir dann schnellst möglichst alles an Hausrat rüber schaffen können um dann auch hinziehen zu können und vor Ort sein zu können beim Bau. Macht eben alles einfacher. Kein ständiges hin- und herfahren, erleichtert so einiges. Zudem bekommen die Sachen, die einem gehören und auf dem Grundstück liegen weniger schnell Beine😉.

Letzte Woche haben wir dann mit dem Innenausbau der Hütte begonnen. Der Bodenleger hatte einen wahnsinnig guten Job gemacht. Handarbeit versteht sich. Den ganzen lieben langen Tag hat er dafür gebraucht und hat darüber sogar sein Essen vergessen. Der Fußboden ist nun glatt wie eine Eisfläche. Morgen wird dann das andere Zimmer gemacht und am Wochenende können wir dann da schon einziehen und schlafen.

 

(entschuldigt, aber die Lichtverhältnisse waren für meine Kamera echt schwer zu händeln.)

Die Rundhütte, in der wir bisher geschlafen hatten, werden wir dann übergangsweisen als Lagerraum und weiterhin als Küche und Aufenthaltsraum nutzen, falls es mal wieder regnet. So ist es auf dem Bau. Vieles ist übergangsweise und provisorisch, aber schlussendlich, wenn es erst einmal fertig ist, dann ist es gut.

 

Diese Woche haben wir auch begonnen den Zaun zu ziehen. Ist schon irgendwie besser, wenn nicht immer alle kommen und gehen wann immer sie wollen. Tag und Nacht. Mensch oder Tier. Sogar unsere Basotho Teamkollegen merkten es tagtäglich an, dass wir doch schnellst möglichst einen Zaun ziehen sollten, damit hier nicht jeder übers Grundstück rennen könne wie er wollte. Wir hatten das noch gar nicht so arg empfunden, müssen wir zugeben. Aber ich denke das liegt daran, dass alles noch neu und viel auf einmal an Eindrücken ist. Aber ja eines hatten wir schon wahrgenommen, und zwar dass die Privatsphäre doch irgendwie etwas auf der Strecke bleibt, wenn da ständig jemand vor, oder an der Tür steht. Sei es eine Horde an Kindern, Ziegen oder Schafe oder einfach mal ein paar Nachbarn die mal schauen wollten was hier so abgeht. Da fühlt man sich schon so manches mal wie im Zoo. Und ja, da würde der Zaun so einiges her machen.

Einige fragten ob es denn normal wäre einen Zaun zu ziehen? Man würde nicht viele in der Umgebung sehen. Nun ja, wer das Geld hat, zieht einen Zaun ums Haus, oder zumindest um das Feld, damit nicht die herumgrasenden Ziegen, Schafe oder Kühe die Ernte abfressen. Oder man schafft sich zumindest einen Hund an der ungewünschte Besucher abhält. Das führt allerdings dazu, dass Nachts eine Menge Hunde auf Futtersuche sind und in den Dörfern herumschleichen.

Aber zurück zum Bau. In der Woche soll noch das Lagerhaus untenherum mit einer kleinen Mauer geschlossen werden, damit die Sachen darin sicher und trocken gelagert werden können. Dafür muss halt der Maurer kommen. Der hatte uns gestern allerdings leider sitzen lassen, weil er noch seinen Rausch ausschlafen musste. Ein großes Problem hier in Lesotho. Der Alkohol. So sind wir wieder auf der Suche nach einem geeigneten Mann der uns da weiterhelfen kann. Unser Teamkollege ntate Sekelemane ist uns da eine echt große Hilfe. Er fragt rum und sucht die Leute zusammen die geeignet dafür wären um uns zu Helfen und stellt die Kontakte her und übersetzt uns dann auch noch. Wenn wir den nicht hätten, wäre alles so viel schwerer!!! Für ihn und seine Frau sind wir mehr als dankbar, dass Gott uns die Beiden an die Seite gestellt hat. Zwei Schätze des Himmels.

 

An dieser Stelle möchten wir auch noch unserer Gemeinde-Lankwitz in Berlin danken für die große finanzielle Unterstützung, ohne die wir das hier so alles gar nicht umsetzten könnten. Danke!!!! Danke dass ihr das möglich gemacht habt und mit uns in der Mission seid!

Danke auch an all die kleinen und großen Unterstützer in Muskelkraft, Gebet und Kontakt halten. Wir brauchen euch alle. Wir danken Gott dafür, dass es euch gibt.

Gesegnete Vorweihnachtszeit

Eure Chrissi und Familie

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