Monatsarchiv: Juli 2016

Gärtnern leicht gemacht

Lesotho ruft,… Und so nahmen Stephan und ich (Christiane) an einem Gärtnerkurs teil, IMG_7697um etwas tiefer in die Materie „Selbstversorger einsteigen zu können. Der Kurs wurde von einem ehemaligen Soldaten, der in seiner Dienstzeit während der Apartheit zum Glauben an Jesus gefunden hatte, abgehalten. Wir waren eigentlich darauf eingestellt, dass wir nach einer kurzen Einführung, gleich in den Garten hinaus gehen würden und dann nur noch arbeiten würden. Aber es kam ganz anders.

Wir saßen ersteinmal 3 Stunden mit einer Gruppe von Veteranen, von ehemaligen Freiheitskämpfern des ANCs aus Mamelodie zusammen in einem Raum und hörten uns an was Stephen, der ehemalige Soldat, uns zu sagen hatte. Und er hatte so einiges zu sagen. Jedoch nicht „nur“ zum Thema Gärtnern. Nein, er fing erst einmal an bei den Teilnehmern um Vergebung zu bitten, was er im Auftrag seiner Arpartheits-Regierung gegen sie und die schwarze Bevölkerung in der Vergangenheit falsch gemacht hatte. Dann, was sehr beeindruckend war, wusch er einem Mann die Füße. Als Zeichen von Reue und als Bitte um Vergebung.

Und dann erst nach einem Gebet ging es mit seinem Programm los. Aber nicht mit dem Gärtnern;-)

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Hauptsächlich ging es darum, die Teilnehmer zum Umdenken zu bewegen und ihnen aufzuzeigen, dass sie selbst mit dem „Popi“ hochkommen müssten, um etwas in ihrem Leben und ihrer Umgebung verändern zu können. Nur herumsitzen und über die Regierung zu jammern würde nicht helfen. Und so nahm er die Menschen mit Einfühlungsvermögen, Freude und einer positiven Begeisterung mit auf dem Weg. Dabei schmiss er noch mit Ideen und Zahlen um sich, um Ihnen aufzuzeigen, dass überall Potential in ihrer Umgebung wäre um ihr eigenes kleines Unternehmen zu beginnen und sie jetzt an der Reihe wären und es nur anpacken müssen.

Es war echt beeindruckend wie er es schaffte mit seiner Art die Menschen zum Umdenken zu bewegen und sie somit motivierte aus den „Puschen“ zukommen. Er begeisterte sie regelrecht und zog sie heraus aus ihrem alten Gedankengängen: „nur die Anderen wären schuld an ihrer eigener schwierigen und von Armut geprägten Situation“. So verhalf er den Teilnehmern zu dem Schritt, immer selbst die Antwort auf die gestellten Fragen zu finden. Es war quasi ein Frage und Antwortspiel, wo wir alle mitgezogen wurden. Es war echt stark und auch lustig mitzuerleben, wie er uns als Gruppe so mitriss.

So gingen wir erst nach dieser  „Motivationssitzung“ und kurzer Einführung ins Gärtnern, raus aufs Feld, um das „vereinfachte“ Gärtnern zu praktizieren.

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Es war so aufgebaut, dass jeder, Hinz und Kunz, ohne Vorkenntnisse sofort loslegen könnte. Ohne ein teures Starterset, oder dergleichen. Das Einzige was man bräuchte, waren: etwas Grund (60x60cm pro Flasche) zum Anbauen, eine bis zwei alte Plastikflaschen, einen Nagel, (oder etwas ähnlich spitzes), … und los ging es.

Aus der Flasche wurde eine Bewässerungsanlage gebaut, indem man je drei Löcher in alle Himmelsrichtungen (alle vier Seiten der Flasche) stach und sie dann in ein vorher ausgehobenes Loch vergrub (der Deckel musste allerdings oben noch ein wenig herausschauen). Dann wurden mit zwei handbreiten Abstand die Samen um die Flaschen herum gesät. Mit dem befüllen der Flasche (2x täglich) wird dann die Saat bewässert, ohne dass das Wasser in der heissen Sonne verdunstet. Das ist schon alles.

Soooo einfach. Genau aus dem Grund, damit das auch wirklich jeder hier machen kann und sich somit gesund ernähren und selbstversorgen kann.

Das hat uns so inspiriert, dass wir das gleich, am darauffolgenden Tag, daheim im eigenen Garten ausprobieren wollten. Die Kinder hatten dabei mit solch einer großen Freude mitgeholfen, dass wir uns gut vorstellen können, das als Projekt mit nach Lesotho zu nehmen. Dort wollen wir es den Vorschulklassen und ihren Lehrern beibringen. Denn wie heißt es so schön: Früh übt sich. Und das ist genau das, was dort vor Ort fruchten kann. Wenn die Jüngsten mit Erfolg für ihr eigenes Essen (in und für die Schulzeit) sorgen können. Und verbunden mit der Hoffnung, dass die Eltern das dann zuhause doch auch einmal selbst ausprobieren.

918 925 932 939 940

Die Hoffnung besteht und so blicken wir positiv in die Zukunft und legen dieses Vorhaben unserem himmlischen Vater hin und vertrauen ihm, das er uns da anleiten wird, wie wir es den Menschen in Lesotho schmackhaft machen können.

Seid lieb gegrüßt

Eure Christiane und Familie

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